GORILLA GAINS: Wie man einen Sports Nutrition Brand in Kenia startet

GORILLA GAINS: Wie man einen Sports Nutrition Brand in Kenia mit Produkten “Made in Germany” startet

Baroudi Sharief und Steffen Maier haben in Kenia das Sports Nutrition Start-up GORILLA GAINS gegründet. Wie es dazu gekommen ist und warum man gerade in Kenia auf Produkte "Made in Germany" steht, hat uns Baroudi im Interview verraten.
Zunächst einmal: Wie bist du ursprünglich zum Kraftsport gekommen? Wie hast Du angefangen, was waren deine Ziele?
Mit 14 Jahren habe ich in Hamburg mit dem Thaiboxtraining begonnen. Das Thaiboxen war für die nächsten 3 Jahre meine absolute Leidenschaft. Zu dieser Zeit habe ich fast täglich trainiert und wurde schnell gut. Nachdem ich meine ersten Kämpfe im Thaiboxen absolviert hatte, zog ich mit 17 nach Kenia und hatte dort leider nur noch sehr eingeschränkt die Möglichkeit, ins Thaiboxtraining zu gehen. Deshalb bin ich dafür mehrmals die Woche ins Fitnessstudio gegangen. Ich wollte Muskelmasse aufbauen und natürlich gut aussehen.

Wann bist du auf die Idee gekommen, einen Sports Nutrition Brand zu starten? Bist du selbst Nutzer ähnlicher Produkte gewesen? Gab es ein Vorbild?
Als ich in Kenia mit dem richtigen Muskelaufbautraining angefangen habe, wollte ich natürlich Gas geben und deshalb neben einer guten Ernährung auch Supplemente zu mir nehmen. In den Supermärkten und Fitnessläden waren die Supplemente damals allerdings nur sehr eingeschränkt zu bekommen und zudem maßlos überteuert. Deshalb habe ich mir bei jedem Heimaturlaub in Hamburg mehrere Kilo an Proteinpulvern mit nach Nairobi genommen. Freunde aus dem Fitnessstudio wollten mir dann immer einige Produkte abkaufen, aber zu der Zeit war mir der Eigenkonsum noch wichtiger, als der Handel. Zwei Jahre später habe ich dann mein Abitur in Nairobi absolviert und bin wieder nach Deutschland zurückgekehrt, um ein BWL Studium in Münster zu starten. Im dritten Semester habe ich hier das Fach Unternehmensgründung beglegt und, in dem wir die Aufgabe hatten, ein fiktives Unternehmen zu gründen. Trotz langen Nachdenkens hatte ich keine Ahnung, was für ein Unternehmen das sein könnte. Mein Professor gab mir also den simplen Rat, mir zu überlegen, welches Problem ich schon immer gerne lösen wollte. Nach kurzer Zeit war mir klar, was nicht nur mich, sondern auch viele andere Jahre lang gestört hatte – und so war die Idee geboren.
Der Name GORILLA GAINS ist ja eine Ansage! Steckt da eine besondere Geschichte dahinter oder klang der Name einfach gut?
Ich bin ein Freund von Marken, die sich klar von anderen unterscheiden. Es gibt zu viele Marken, die für nichts stehen und sich dadurch nicht im Markt von anderen abgrenzen können. Mir war also sofort bewusst, dass die Marke polarisieren muss und dies beginnt natürlich mit dem richtigen Produktnamen. GORILLA GAINS soll wahre Sportlerherzen ansprechen, die voll für das Training und den Wettbewerb brennen.

Wie kamst du darauf, selbst einen Sports Nutrition Shop zu starten?
Am Anfang war es eigentlich nur ein Businessplan für die Uni und ich habe sehr schnell gemerkt, dass mich das Projekt nicht mehr loslässt. Ich habe dann täglich daran gearbeitet, Recherche betrieben und versucht alles bis ins Detail durchzuplanen. Natürlich hat mir das alles Spaß gemacht. Sicher auch weil ich selber Sport liebe und lange Zeit Supplemente genommen habe…. Ich glaube aber, dass es gewisse Träume gibt, die gelebt werden müssen. Nicht nur, weil man es sonst ein Leben lang bereut, sondern weil man die Chance verpasst viel über sich, andere und das Leben zu lernen.
Auf deinen Produkten wirbst du mit „Made in Germany“ - wie kamst du dabei auf Kenia als Zielmarkt und merkst du dass das Qualitätssiegel „Made in Germany“ auch in Kenia funktioniert?
Afrikaner stehen total auf deutsche Produkte. Die großen deutschen Automarken sind hier sehr beliebt, da „Made in Germany“ natürlich für Qualität und Lebensgefühl steht. Durch die Produktion in Deutschland können wir somit natürlich beim Konsumenten Vertrauen schaffen. Da unsere Produkte tatsächlich sehr hochwertig sind, mache ich mir auch keine Sorgen, dass wir hier enttäuschen werden.

Was macht eure Produkte so besonders?
Das ist eine super Frage! Unsere Standardantwort wäre jetzt, dass wir ehrliche und hochwertige Produkte zu fairen Preisen anbieten. Man fragt sich jetzt natürlich, warum die anderen Produkte nicht ehrlich sein sollten. Allerdings wird beim Blick hinter die Kulissen der globalen Fitnessindustrie erst wirklich klar, wie viel hier geschummelt wird. Etiketten werden falsch bedruckt, Produkte sind niedriger dosiert und teure Inhaltsstoffe werden mit billigeren ausgetauscht. Auch wenn es wie eine Selbstverständlichkeit klingt: Unsere Produkte sind immer 100% korrekt beschriftet und enthalten tatsächlich alle angegebenen Inhaltsstoffe. Des Weiteren können wir durch die Produktion in Deutschland natürlich höchste Sicherheitsstandards garantieren. Das ist natürlich teurer als anderswo, aber es lohnt sich!
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Was unterscheidet den kenianischen Markt deiner Meinung nach vom deutschen Markt?
In Deutschland wird hauptsächlich nach Preis entschieden - Geiz ist Geil. Billiganbieter dominieren dort komplett den Fitnessmarkt. Kenianer stehen natürlich auch auf günstige Produkte. Die Qualitätsunterschiede sind hier jedoch aufgrund von lockeren Regulierungen deutlich größer als in Deutschland. In Kenia gibt es deshalb immer mehr Konsumenten, die bereit sind, für gute Produkte auch mehr Geld zu zahlen.

Betreibst du dein Business allein oder hast du einen Mitgründer mit im Boot?
Ich habe bereits zweimal versucht GORILLA GAINS mit anderen Partnern zu gründen. Es hatte sich aber beide Mal direkt am Anfang gezeigt, dass die Konstellation nicht optimal war. Alleine zu gründen, halte ich für unglaublich schwierig und bei Gründungen im Team muss bei allen der Einsatz passen. Jetzt haben wir die Firma zu zweit gegründet und wir ergänzen uns bis dato in unseren Fähigkeiten sehr gut. Mittlerweile haben wir uns auch ein kleines Team aufgebaut, mit dem wir unsere täglichen Aufgaben angehen.

Wo kann man deine Produkte gerade überall kaufen?
Hauptsächlich vertreiben wir unsere Produkte über unseren Onlinehändler Jumia und Social Media. Weiterhin beliefern wir ausgewählte Sport & Gesundheitsshops sowie Fitnessstudios.

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Wie werden gerade die meisten Leute auf deine Marke aufmerksam? Welcher Kanal funktioniert für dich am besten?
Uns ist es wichtig mit unseren Kunden im engen Kontakt zu sein. Wir wollen verstehen, was sie beschäftigt, was Ihre Probleme sind und wie Sie über gewisse Sachen denken und fühlen. Auf Instagram und Facebook haben wir täglich Kontakt zu unseren Followern. Besonders schön ist es natürlich zu hören, wie man Menschen helfen konnte, Ihre Ziele zu erreichen. Einige besonders loyale Follower schreiben uns wöchentlich – das gibt zusätzlich Motivation. Die meisten großen Brands versuchen das gleiche Engagement über Sponsored Ads und Gewinnspiele zu generieren – das klappt natürlich nicht so gut. *grins*
Auf deinen Instagram Bildern sieht man häufig auch andere motivierte Sportler. Sind das Freunde von dir oder hast du kenianische Influencer angeheuert um deine Produkte zu testen?
Auf unser Brand Ambassador Team sind wir besonders stolz. Einige unserer Brand Ambassadors kannten wir schon vorher persönlich, andere kamen erst später dazu. Wir treffen uns regelmäßig und unterstützen uns bei allen möglichen Dingen. Weil wir keine Freunde von irgendwelchen Verträgen sind, die dann eh nicht eingehalten werden, versuchen wir immer eine Win-Win Situation zu schaffen. So sind beide Seiten motiviert und wissen, wofür Sie es machen.

Wie sieht die Zukunftsplanung bei Gorilla Gains aus? Was sind die nächsten größeren Ziele?
Wir haben keinen strikten 5-Jahresplan, wissen aber ganz genau wo wir hinwollen. Hauptsache ist gerade, dass wir weiterhin viel Spaß daran haben, unseren Kunden und Fans weiterhin viel Value zu bieten und die kenianische Fitness Community zu unterstützen. Wenn wir das weiterhin so gut machen wie gehabt, werden wir irgendwann dafür belohnt.

Spielt Social Media auch eine große Rolle für deine weiteren Wachstumspläne?
Social Media ist ein super Tool um seine Kunden direkt erreichen zu können und Ihnen Value zu bieten. Am Ende des Tages sollte man sich natürlich nicht auf ein Tool beschränken, aber wir müssen schon zugeben, dass es unser Liebling ist.
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Planst du zukünftig auch in Deutschland mit GORILLA GAINS zu starten?
Darüber haben wir uns selber viele Gedanken gemacht. Einerseits ist der deutsche Markt zwar riesig, andererseits gibt es ja schon dutzende Supplementfirmen… Ich denke, dass Entwicklungsländer für uns interessanter sind und auch mehr Spaß machen. Es ist alles dynamischer und die Kunden schätzen die hochwertigen Produkte aus Deutschland.

Hast du feste Routinen, mit denen du deinen Alltag organisierst?
Ich habe bereits einige feste Routinen ausprobiert, muss aber zugeben, dass ich die meistens nach einer Woche wieder verwerfe. Da man die wichtigsten Sachen allerdings direkt morgens erledigen soll, versuche ich täglich früh aufzustehen und direkt mit der Arbeit zu beginnen. Um mich von einem anstrengenden Tag zu entspannen, betreibe ich Sport, meditiere häufig, und gehe gerne spazieren – aber alles nach Gefühl und nicht nach Zwang.

Aus deiner bisherigen Erfahrung: Welchen Ratschlag würdest du anderen Leuten mitgeben, die ein Business gründen wollen?
Vor GORILLA GAINS habe ich bereits eine andere Unternehmensgründung gehabt, auch hier in Kenia. Meine drei Ratschläge:
1.) Erstens muss man evaluieren, ob die Nachfrage nach dem Produkt oder der Dienstleistung wirklich ausreicht. Für viele ist es heute einfach cool ein Start-up zu gründen und es werden Dinge angeboten, für die es eigentlich kein Bedarf gibt. In bestehende Märkte einzudringen ist oftmals auch nicht so einfach, wie man denkt. Warum sollen die Kunden wechseln und was macht dich besser als die Konkurrenz?
2.) Zweitens würde ich jedem empfehlen, eine Gründung immer im Team zu durchzuführen, mit Menschen, die man schon einige Zeit kennt und deine Fähigkeiten ergänzen
3.) Drittens sollte man natürlich Leidenschaft für die Sache mitbringen, um sich täglich damit viele Stunden auseinandersetzen zu können.

Welche 3 Fitness-Tipps würdest du einem Einsteiger mit auf den Weg geben?
1.) Was ist der Grund für dein Training? Da Motivation oft schnell nachlässt, sollte man sich bewusst sein, warum man trainiert. Wenn man weiß, was das Ziel ist, ist man oftmals eher bereit seinen Schweinehund zu überwinden und mehrmals die Woche ins Training zu gehen.
2.) Außerdem: Korrekte Ernährung. Nichts führt an einer gesunden Ernährung vorbei. Man sollte drauf achten, viele gesunde Proteine, Kohlenhydrate und Fette zu sich zunehmen, und täglich seine Gemüse- und Obstportionen zu essen. Für alle, die mehr wollen, sind natürlich auch Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll.
3.) Und zu guter Letzt: Ego zu Hause lassen. Benutzt im Training die Gewichte, die für euren momentanen Stand angemessen sind. Wenn man andere im Studio beeindrucken will und dadurch mehr Gewichte als angemessen benutzt, schafft man langfristig Disbalancen und begünstigt Verletzungen.
 

Die Gründer

Baroudi Sharief:
Nachdem er in Nairobi sein Abitur gemacht hatte, studierte er von 2011 bis 2014 in Münster und UK International Business. Nachdem er gut anderthalb Jahre bei einem Software Start-up an Board war, ging er schließlich zurück nach nach Kenia, um hier Gorilla Gains zu gründen.

Steffen Maier
War nach seinem Business Studium in Erlangen-Nürnberg und UK für BMW, Toshiba und Telefonica aktiv, bevor er zusammen mit Baroudi GORILLA GAINS gestartet hat.
 

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