Rio de Janeiro: Sehenswürdigkeiten & 10 Dinge, die du mitnehmen solltest

Rio de Janeiro: 10 Sehenswürdigkeiten & Dinge, die du nicht verpassen solltest

Rio-de-Janeiro-Sehenswuerdigkeiten-Beach von Ipanema
Ohbrother Magazine hat Brasilien erkundet.
Deshalb gibt es hier nun, quasi druckfrisch, 10 heiße Tipps für deinen nächsten Aufenthalt in Rio de Janeiro.

Nach einem Lufthansa-Direktflug stehen wir schließlich in der Wartehalle von Rios International Airport. Es ist kurz vor 6 am Morgen und die Sonne steht bereits glühend am blauen Himmel. Für 75 Real (ca. 25€) kaufen wir ein Ticket für eines der wartenden Taxis (empfohlen!). Das Angebot eines privaten Transport-Unternehmers - "I make you best price... 130 Real only" - hatten wir dankend abgelehnt. Nach etwa halbstündiger Fahrt und somit immer noch viel zu früh, stehen wir dann in der Lobby unseres Hotel, das zwischen den Stränden von Copacabana und Ipanema gelegen ist.
Da wir unser Zimmer erst gegen Nachmittag beziehen können, schlendern wir ein wenig am Strand von Copacabana entlang. Die Hütten, Kioske und Strandschirm-Vermietungen erwachen schon wieder zu neuem Leben. Jede Menge Jogger laufen die Strandpromenade entlang - oben ohne versteht sich. Bevor die Geschäftigkeit vollends einsetzt, sitzen wir aber schon wieder im Taxi und fahren Richtung Pão de Açúcar, um uns erstmal einem Überblick über die facettenreiche Schönheit Rios zu verschaffen.

1. Besuch des "Zuckerhuts" Pão de Açúcar

Die Seilbahn-Station, von der aus man über 2 Etappen zum Zuckerhut, einem der bekanntesten Wahrzeichen Rios, empor fahren kann, ist ca. 10 Taxi-Minuten von der Copacabana entfernt. Unser frühmorgendliches Eintreffen hat sich gelohnt: Noch ist kaum etwas los. Für ca. 70 Real fährt man mit einer Gondel zunächst auf die erste Ebene, den 215m hohen Berg Morro da Urca. Die Gondeln, die leise den Berg erklimmen, stammen übrigens aus der Schweiz. Klar, hier kennt man sich aus mit Bergen. Auf Ebene 1 angelangt, eröffnet sich einem ein beeindruckender Ausblick auf die Stadt, die bergige und dicht bewaldete Landschaft sowie die zahlreichen Strände. Von hier aus kann man zudem wunderbar den Landeanflug verschiedenster Flugzeuge verfolgen, die gefühlt nur wenige Meter entfernt durch die Lüfte gleiten, um dann sicher auf dem Rollfeld des auf einer Landzuge im Ozean gelegenen Stadt-Flughafens zu landen. Dabei kann man im Übrigen schon die erste frische Kokosnuss in einer der Bars schlürfen oder sich mit einer kühlen Coke erfrischen. Mit einer weiteren Gondel geht es hinauf zu Ebene 2 und somit auf den 395m hohen Pão de Açúcar. Der Ausblick von hier ist gleich noch gigantischer und reicht bis ins Hinterland von Rio. Nicht nur die Cristo Statue, sondern auch die nicht enden wollende Rio-Niterói-Brücke und die Rio umgebenden Inseln können von hier perfekt überblickt werden. Wer ganz sportlich unterwegs ist, kann den massiven Grafit-Felsen auch kletternd erklimmen. Dazu bietet sich eine geführte Tour an, die man über eine der zahlreichen Reise-Agenturen buchen kann.

2. Cristo Redentor Statue besuchen

Die 1931 fertig gestellte Erlöser Statue, das unangefochtene Wahrzeichen Rios, liegt hoch oben auf dem Berg Corcovado. Den auf 710m gelegenen Gipfel erreicht man für etwa 75 Real mit einer Zahnradbahn, die ebenfalls aus der Schweiz stammt. Kleiner Fun fact am Rande: Mit dem Kauf der Fahrkarte (bestenfalls online!) zum Corcovado-Gipfel erhält man 50% Rabatt auf die nächste Fährt mit der Jungfraujoch Bahn. Der schweizer Tourismus-Verband scheint also zu wissen, wie er die Asiaten von Rio aus in die Alpen locken kann. :-) Die Bahnfahrt zum Gipfel führt dann steil den Berg empor direkt durch den Regenwald. Fast ist das schon ein Abenteuer für sich. Oben angekommen, geht es dann mit dem Aufzug und der Rolltreppe weiter. Kein Schritt muss hier zu viel gemacht werden. Schließlich steht sie vor einem, die 38m hohe Statue im Art-déco-Stil. Auf jeden Fall beeindruckend, aber nicht minder beeindruckend ist der Blick über Rio und Rios Umland, der sich einem von hier aus bietet. Der Zuckerhut, die Rio umgebende Gebirgskette, das Maracanã - über all das kann man von hier den perfekten Überblick genießen. Wer dabei möglichst ungestört sein möchte, sollte recht früh aufbrechen und am besten gleich nach dem Öffnen um 08:00 Uhr vor Ort sein, denn ansonsten wird einem schnell die Sicht durch einen Wald von Selfie Sticks genommen.

3. Am Strand von Ipanema entspannen

Von Tim Jobim und Vinícius de Moraes einst mit dem Welthit The Girl From Ipanema bedacht, ist dieser Strand Rios bekanntester und sicherlich auch einer der berühmtesten weltweit. Der Sand ist hier noch ein wenig feiner und das Wasser noch ein wenig klarer als drüben in Copacabana. Dementsprechend voll wird es hier auch. Insbesondere am Wochenende lohnt es sich deshalb früh hier zu sein, um noch ein wenig die Ruhe zu genießen. Sonnenschirme und Liegen können am Strand gemietet werden. Je nach Hotel werden aber auch Schirme und Plätze bereitgestellt. Bei den vielen Strandbuden kann man sich mit frischer Kokosnuss oder leckerem, frisch zubereitetem Caipirinha versorgen. Ansonsten wird man auch in hoher Frequenz von zahlreichen Händlern angesprochen und bekommt von Shrimps am Stil über Bier, Sonnencreme und Batterien so ziemlich alles angeboten.

4. Ein Sonnenbad am Strand von Copacabana

Nicht minder schön ist der angrenzende Strand von Copacabana. Dieser erstreckt sich über insgesamt 4 Kilometer und ist ebenso wie der Strand von Ipanema in verschiedene Abschnitte eingeteilt. Wem der Sinn beispielsweise nach einer Runde Fußball-Tennis steht (sowohl die ganzen jungen als auch die älteren Brasilianer sind super am Netz...), kann auch beispielsweise an der Rua Santa Clara umschauen. Allgemein kann man sagen: Je weiter nördlich man sich bewegt, desto ruhiger wird das Strand-Treiben. Ähnlich wie drüben in Ipanema gibt es auch entlang der Copacabana hunderte von Hütten und natürlich auch eine Vielzahl mobiler Händler. Das Preisniveau ist insgesamt aber ein Stück günstiger als am Schwesterstrand von Ipanema. Einen guten Caipirinha bekommt man schon ab 7 Real (ca. 2 Euro) und auch frische Kokosnüsse sind mit 5 Real durchaus erschwinglicher. In einem der vielen Kioske, die direkt an der Strandpromenade stehen, lässt sich vorzüglich ein Sun-Downer oder ein Zwischensnack wie frittierte Shrimp Balls oder Empanadas einnehmen. In den Neben- und Parallelstraßen der Copacabana gibt es im Übrigen auch eine Vielzahl an Geschäften, Drogerien und Saft-Bars. Shopping und einer adäquaten Erfrischung zwischendrin steht also ebenfalls nichts im Wege.

5. Brasilianisches Churrascaria-Restaurant besuchen - Churrascaria Palace

[Rua Rodolfo Dantas, 16]
Brasilianische Barbecue Restaurants gibt es zu Hauf in Rio. Das Churrascaria Palace ist allerdings ein absolutes Traditionshaus und das Essen dort ein Erlebnis. Für etwa 140 Real bekommt man hier das Rundum-Wohlfühlen-Programm inklusive Buffet, das seines gleichen sucht. Zunächst kann man sich den Teller mit den unterschiedlichsten Vorspeisen beladen, die von Salat über Sushi bis hin zu Austern oder Carpaccio reichen. Dann geht es weiter mit dem Barbecue am Tisch: Pommes, Reis und Brot werden als Beilage gereicht und im Takt von 1 - 2 Minuten steht eine nette brasilianische Servicekraft am Tisch und bietet beste Grillwaren an. Dabei heißt es strategisch vorzugehen. Lässt man sich gleich von allem aufladen, ist man nach gut 10 Minuten völlig satt.
Also ruhig auch mal eine Runde aussetzen; die Herren kommen mehrmals zum Tisch. Frisch vom Spieß geschnitten oder gar frisch am Platz gegrillt, bekommt man hier Filet Mignon, Rump Steak, Flank Steak, Lamm Chops, Spare Ribbs, Hähnchen oder Ochsenrippchen. Im rustikal gehaltenen Innenraum des Restaurants wird die Geschichte des Hauses anhand von zahlreichen schwarz-weiß Fotografien nacherzählt. Zusammen mit den Chanson-Klängen des Bar-Pianisten fühlt man sich so ein wenig an die Copacabana der 60er Jahre zurück versetzt. Früh kommen oder reservieren, lohnt sich wegen der großen Nachfrage. Die Reservierung könnt ihr ganz easy auch online vornehmen.

6. In einem der Restaurants in Ipanema Essen gehen

Die Straße Garcia d'Ávila und ihre Nebenstraßen in Ipanema beherbergen neben Luxus-Boutiquen wie Hermès und Louis Vuitton auch tolle Restaurants und Bars - aber nicht abschrecken lassen, diese sind trotz luxuriöser Nachbarschaft absolut bezahlbar.

Venga Bar de Tapas

[Rua Garcia d'Avila, 147]
Bei Venga, einem Tapas-Restaurant, von dem es auch einen Ableger an der Strandpromenade der Copacabana gibt, bekommt man kleine Portionen von großer Köstlichkeit. Neben klassischen Tapas wie Tortilla oder Tintenfischringen gibt es auch Ausgefalleneres wie Muscheln oder Burger.

Riba- Cocktails und Drinks

[Rua Garcia d'Avila]
Neben lokalen Biersorten und dem Bier des Hauses bekommt man hier auch den klassischen Caipirinha und internationale Longdrinks serviert. Der Laden wurde erst 2016 eröffnet und besticht mit einer weitläufigen Terrasse und einer stylischen Bar. Die Pop-Art an den Wänden rundet das stimmige Gesamtkonzept ab. Im Riba kann auch gespeist werden. Allerdings sind die Preise ordentlich und der Überraschungsfaktor der Gerichte eher durchschnittlich. Insofern: Perfekt für einen ersten oder letzten Drink und zum Essen dann lieber ein Stück weiter die Straße runter.

La Carioca Cevicheria - Ceviches und Leckeres vom Grill

[Rua Garcia d'Avila, 173]
Zum Beispiel zu La Carioca. Hier bekommt man leckere peruanische Köstlichkeiten und die besten Ceviches (Fischgericht) der Stadt. Das Personal ist super nett und steht gerne beratend zur Seite (unter Zuhilfenahme von englischen Sprachfetzen ebenso wie mit Händen und Füßen). Neben dem leckeren und preiswerten Essen gibt es hier auch vorzüglichen Pisco Sour!

7. Den Jardim Botânico besuchen

[Jardim Botânico 920]
Eine unglaubliche Vielfalt exotischer Pflanzen kann man sich im botanischen Garten Rios, dem Jardim Botânico ansehen. Für vertretbare 9 Real Eintritt kann man auf mehr als 130ha über 8000 für europäische Augen ungewöhnliche Pflanzen sehen. Gerade für etwas bewölkte Wochentage ist der Garten eine tolle Alternative. Dann ist man meistens vor den ganz großen Touri-Anstürmen ein wenig gefeit. Insbesondere die Palmen, die seit der Eröffnung des Gartens 1808 hier ihren festen Platz haben sowie die über 550 verschiedenen Orchideen-Arten sind absolute Highlights des Jardim Botânico. Nach dem Besuch im botanischen Garten bietet sich ausserdem ein Restaurant-Besuch am Ufer des Nahe gelegenen Sees Lagoa Rodrigo de Freitas oder eine ausgiebige Einkaufstour in der 200 Geschäfte umfassenden Mall Shopping da Gávea an.

8. Auf dem Street Food Market in Ipanema köstliche Burger snacken

[Kreuzung Rua Barão da Torre / Rua Maria Quitéria]
Zufällig sind wir auf diesen Markt gestoßen, der auf halbem Weg zwischen Praça General Osório und Garcia d'Ávila an der Rua Barão de Torre stattfindet. Wie oft der Markt genau stattfindet, konnten wir leider nicht herausfinden, aber in jedem Fall lohnt es sich, an einem Sonntagabend bei der Rua Barão de Torre vorbeizuschauen, vielleicht habt ihr Glück und die Straße ist voller Foodtrucks.
Neben südamerikanischen Köstlichkeiten wie Ceviches oder vorzüglichen Grillspießen gibt es hier (wie sollte es anders sein) natürlich auch Burger, Pulled Pork, Crêpes, Frozen Yoghurt und jede Menge Craft Bier. Gespeist wird zu den Klängen einer Live-Band. In unserem Fall gaben sich die Beatles, Oasis, The Police und Alanis Morissette die Klinke in die Hand. Wer Kids dabei hat, hat Glück, denn die können sich vor und nach dem Essen auf der Hüpfburg austoben.

9. Hähnchen essen bei Galeto Sat's

[Barata Ribeiro, 7]
Der von Außen recht unscheinbare Laden Galeto Sat's macht vermutlich die besten Brathähnchen von Rio. Das Ambiete des Restaurants ist eher rustikal: gekachelte Wände, auf Hochtouren laufende Ventilatoren und eine wuchtige, hölzerne Bar prägen das Bild. Für 55 Real bekommt man hier schon ein galeto completo, ein komplettes Brathähnchen samt Beilagen, was für 2 Personen locker ausreicht. Neben Pommes wird Reis sowie eine typisch Brasilianische und sehr leckere Vinaigrette aus Essig, Tomaten und Zwiebeln als Beilage gereicht. Zum Essen können sich Gäste des Hauses ein frisch gezapftes Galeto Pilsen schmecken lassen, das mit 7 Real auch absolut erschwinglich ist.

Chegamos com sede e fome #therezopolisjade #cariocacervejeira #galetosats #cervejemos #cervejeirascariocas

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10. Besuch in der Fußball-Kneipe Mud Bug (oder gleich direkt im Maracanã)

[R. Rodolfo Dantas, 16]
Fußball ist, wie könnte es anders sein, natürlich Volkssport Nummer 1 in Brasilien. Am Strand kicken die jungen Cariocas, die Älteren spielen Fußball Tennis und wenn die Clubs von Rio (Flamengo, Fulminense & Botafogo) oder gar die Nationalmannschaft spielt, fiebern natürlich alle vor dem Fernseher mit. In der Mud Bug Bar finden sich aber Einheimische ebenso wieder wie Touris, da auch internationale Spiele aus Premier League, La Liga und Bundesliga gezeigt werden. Für den kleinen Hunger gibt es leckere Kneipensnacks und eine erlesene Auswahl lokaler und internationaler Biere. An den Wochenenden gibt es zudem Live Musik, sodass man auch schon über den Fußball hinaus sehr gut verweilen kann.
Wer noch mehr "Live"-Effekt braucht, dem sei natürlich ein Besuch im Theater der Träume, dem Maracanã Stadion ans Herz gelegt. Karten für ein Spiel im Rund 79.000 Zuschauer fassenden Stadion kosten zwischen 40 und 80 Real. Diese solltest du im besten Fall online buchen. Die Anreise funktioniert am einfachsten mit Metro oder Taxi.
PS: Wenn du nach deinem Zwischenstopp in Rio de Janeiro noch nach einer weiteren coolen Station suchst, können wir dir vor allem die Ilha Grande ans Herz legen.
Die Insel liegt etwa 3 Stunden von Rio entfernt und kann sehr gut mit dem Reisebus und Fähre erreicht werden.

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